Geschichte und Canaletto

Historischer Fokus: Canalettos Erbe

Visuelles Element: Das berühmte Gemälde „Der Marktplatz zu Pirna“ mit Fokus auf den Turm.

Text: „Bernardo Bellotto verewigte diesen Anblick 1753. Wir haben die Verantwortung, dass dieser Blick auch 2053 noch existiert.“

Interaktives Element: Ein Vorher-Nachher-Slider (Historisches Gemälde vs. Foto mit Gerüst).

Mein härtester Trainer

von Agnes Belbrecht

Andere gehen ins anonyme Fitnessstudio, ich habe meinen ganz eigenen ‚Stepper‘ aus massivem Sandstein. Dreimal die Woche nehme ich mir die engen Stufen vor. Am Anfang brannten meine Waden schon nach der Hälfte der Strecke, und ich musste keuchend stehen bleiben. Doch mit jedem Kilo, das im Laufe der Monate schmolz, wurde der Weg nach oben leichter. Mein Ziel ist immer die Aussichtsplattform. Wenn man oben ankommt, der Wind einem um die Nase weht und das Herz noch vor Anstrengung rast, weiß man genau, wofür man es tut. Es ist das ehrlichste Workout der Stadt. Der Turm hat mich fit gemacht und ist mein schönster Trainer.

Torte über den Dächern

von Herta Wolfmuster

Meinen 80. Geburtstag werde ich nie vergessen. Wir feierten im Turmcafé, und die Torten sahen in dem besonderen Licht dort oben aus wie kleine Kunstwerke. Von hier oben wirkt die Welt so friedlich und klein. Meine Enkel drückten ihre Nasen an die Scheiben und versuchten, unser Haus in der Altstadt zu finden, während wir in alten Erinnerungen schwelgten. Es ist nicht nur der Kaffee, der in dieser Höhe besser schmeckt – es ist die Erhabenheit. Man fühlt sich den Wolken ein Stück näher. Der mühsame Aufstieg war sofort vergessen, als wir gemeinsam auf das Leben anstießen, während uns die ganze Stadt zu Füßen lag.

Der Klang der Freiheit

von Mareike Mustermann

Wenn die Sonne tief über der Elbe steht und die ersten Töne der Pirnaer Abendmusiken vom Turm herabschweben, hält die Stadt für einen Moment den Atem an. Ich erinnere mich an einen warmen Augustabend, als ich unten am Marktplatz saß. Der Klang der Trompeten war so klar, als würde der Himmel selbst singen. Es ist dieser magische Moment, in dem der Alltag verschwindet und man sich tief mit der Geschichte unserer Stadt verbunden fühlt. Seitdem versuche ich, jeden Samstag dort zu sein – mal oben auf der Galerie, mal unten in den Gassen. Diese Musik ist für mich die Seele von Pirna, eingefangen in altem Stein und goldenem Klang.