Das Projekt
Die Mission: Warum „Unser Kirchturm“?
Die Rettung eines national wertvollen Kulturdenkmals in Pirna. Ein Blick auf die Geschichte, die akuten Schäden und die finanzielle Herausforderung.
Ein historisches Herzstück in Gefahr
Die spätgotische Hallenkirche St. Marien prägt seit Jahrhunderten die Silhouette von Pirna. Der markante Turm aus dem Jahr 1479 ist der älteste Teil dieses Meisterwerks der deutschen Spätgotik. Bekannt für ihre kunstvollen Sandstein-Rippengewölbe und die einzigartigen protestantischen Gewölbeausmalungen von 1546, ist sie ein Schatz von nationaler Bedeutung. Doch dieser Schatz benötigt dringend unsere Hilfe.
Erbaut 1479
Spätgotisches Meisterwerk
Protestantischer Schatz
Über 30 Jahre Sanierungsgeschichte
Nachdem sich die Kirche Ende der 1980er-Jahre in einem kritischen Zustand befand, wird sie Schritt für Schritt saniert.
1994
Sanierung des Glockenstuhls
1996 - 1999
Erste große Dachinstandsetzung: Zimmerarbeiten und Neuziegel auf 60% der Fläche
2000-2005
Umfassende Generalsanierung des Innenraums
2008 - 2014
Sanierung des Nordportals, des Bläserbalkons und Abschluss der Hauptdach-Instandsetzung: 100 % neue Ziegel
2025
Beginn der dringend notwendigen Turmsanierung: Umsetzung der Bauabschnitte 1 bis 3
Der kritische Bauzustand des Turms
Fast 100 Jahre lang wurde das Natursteinmauerwerk des Turms nicht mehr umfassend repariert. Der Zahn der Zeit fordert nun massiv seinen Tribut. Schnelles Handeln ist zwingend erforderlich, um Substanzverlust und Gefahr für die Öffentlichkeit abzuwenden.
Steinschlag-Gefahr
Im Spätherbst 2019 löste sich ein schweres Werkstein-Teil aus dem Maßwerk der Glockenstube und stürzte glücklicherweise nicht ab. Der Haupteingang musste gesperrt werden. Weitere Abbrüche drohen.
Verwitterung und Wasserschäden
Regenwasser dringt ungehindert durch fast vollständig fehlende Fugen an den waagerechten Flächen ein, wäscht das Mauerwerk aus und bedroht die Stabilität.
Kupferdach & Innenraum
Das historische Kupferdach der Turmhaube muss komplett erneuert und die Holzschalung repariert werden. Auch Gewölbedecke, Schallläden und Fenster müssen instandgesetzt werden.
Rettung der Bibliothek
In der Turmbibliothek lagern ca. 1.000 historische Bände (inklusive einer Melanchthon-Bibel). Diese müssen konservatorisch erfasst, verpackt und vor Baustaub geschützt ausgelagert werden.
Was ist zu tun?
Gerüstbau
Einrüsten des gesamten Bauwerks und bedarfsweise Änderungen im Zuge des Bauablaufs, Vorhalten des Bauaufzugs
Baumeister
Baustelleneinrichtung, Maurerarbeiten, Ringanker oberhalb der Glockenstube zur Aufnahme der neuen Tragebene für die Turmhaube herstellen
Zimmerer
Reparieren bzw. Austauschen von Hölzern im Tragwerk der Turmhaube, neue Tragebene oberhalb der Glockenstube zur Aufnahme sämtlicher Lasten darüber, Überarbeiten weiterer Holzkonstruktionen im Turm, Demontage und Wiedererrichten von Teilen des Glockenstuhls, Überarbeiten einzelner Fußböden in den Etagen
Tischler
Überarbeiten aller Fenster, Innen- und Außentüren sowie der Schallläden an der Glockenstube
Steinmetz
Natursteinarbeiten mit Postaer Sandstein, Reparaturen an der Turmfassade, Einsetzen von Vierungen, Sandsteinersatz, Restaurieren bzw. Neugestalten von Verzierungen und Figuren, Verfugen in Mörtel und Blei, Restaurieren des historischen Wendelsteins, Reparieren der rund 200 Treppenstufen
Dachklempner
Reparatur bzw. Neuerrichten der Kupferdeckung an der Turmhaube sowie der Regenableitungssysteme, Restaurierung von Wetterfahne und Turmknauf
Elektro/Sanitär
Errichten der Baustromanlage, Überarbeiten und Anpassen der vorhandenen Elektroinstallation im gesamten Turm, Bauwasserleitung zur Wasserversorgung aller Baubereiche
Blitzschutz
Errichten einer neuen Blitzschutzanlage
Brandschutz
Errichten einer Feuerwehr-Steigleitung
Naturschutz
Schaffen von Nistkästen während der Bauzeit, Anlage weiterer Nist- und Brutmöglichkeiten für Turmfalken, Schleiereulen, Dohlen, Mauersegler und Fledermäuse
Blick auf das 800-jährige Jubiläum 2033
Im Jahr 2033 feiert Pirna sein 800-jähriges Stadtjubiläum – stolze 554 Jahre davon prägte der Turm von St. Marien das Gesicht unserer Stadt. Damit dieser geschichtsträchtige Anblick auch für kommende Generationen erhalten bleibt, ist die Fortführung der Sanierung über das Jahr 2026 hinaus unverzichtbar.
Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Interesse und bitten um Ihre Unterstützung!
Wetterfahne
jetzige Wetterfahne samt Turmknauf von 1967, bis dahin war auch noch ein Nordpfeil vorhanden
Laterne
bis 1941 befand sich hier die Seigerschelle, die Stundenglocke von 1561, die für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurde, heute hängt hier der Herrnhuter Stern
Türmerwohnung
Türmerwohnung, von 1479 bis 1906, Dachboden, Korridor, Schwarze Küche, Wohn- und Schlafzimmer, bis zu zwölf Kinder, Wache über Feuer und Feind bei Tag und Nacht, Stadtpfeiferei, Schusterwerkstatt, Ziegenstall, Seilwinde, Toilettenkübel
Glockenstube
Sachsens erstes siebenstimmiges Geläut, Bronzeglocken aus dem 15. bis 20. Jahrhundert, Glockenstuhl aus Eiche von 1520
Läuteboden
bis 1930 von hier aus Läuten der Glocken von Hand, bis zu sieben Personen nötig
Dunkelgeschoss (Verlies)
das sogenannte Verlies, hier ruht Däcki, eine Dackelmumie, früher Abfallplatz
Bibliothek
einzigartige historische Bibliothek, etwa 1000 Bände aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, Bibeln, Wissenschaft, Medizin
Brauthalle
ab 1890 Garderobe für Trauungen, seit 2002 Besucherempfang der Offenen Kirche

