Im Jahr 1983 feierte Pirna sein 750-jähriges Stadtjubiläum – ein Ereignis, das die Historie der Stadt und der Kirche eng zusammenführte. Grundlage des Jubiläums war eine Urkunde aus dem Jahr 1233, die unter anderem von einem Stadtpfarrer namens Gottschalk unterzeichnet worden war. Dies war der Beleg dafür, dass es schon damals Christen in der Stadt gab. Die Kirchgemeinde wählte daraufhin die Losung „750 Jahre Christen in Pirna“ – was den damaligen DDR-Behörden zwar wenig gefiel, aber letztlich toleriert wurde. Zum Festwochenende öffnete die Gemeinde den Kirchturm und den beeindruckenden Dachstuhl für Besucher. Geleitet wurden die Führungen von engagierten Mitgliedern wie Annemarie Träger, die ihre „Marie“ im Herzen trug. Der Andrang war so riesig, dass das Konzept spontan angepasst werden musste. Statt fester Gruppenführungen wurde ein Kontrollsystem etabliert: Ein Pförtner regelte den Einlass an der Tür, während auf den Etagen und im Dachstuhl Gemeindemitglieder postiert waren, die den Weg überwachten und Erklärungen abgaben. Das Konzept ging unfallfrei auf. Für viele ältere Pirnaer war es ein emotionaler Moment, als sie zum ersten Mal im Leben den Turm ihrer Heimatstadt besteigen und das Panorama bis nach Dresden genießen konnten.
