Wie begeistert man Kinder für die Stadtgeschichte von Pirna? Stadtführerin Susanne Jentzsch hat dafür ein wunderbares Rezept: Sie gestaltet ihre Kinderstadtführungen als spannende Schatzsuche. Ausgerüstet mit einer Schatzkarte, müssen die kleinen Entdecker verschiedene Hinweise entschlüsseln. Der Hinweis für die Station an der Marienkirche lautet stets: „Sucht den höchsten Balkon der Stadt und die größten Buntglasfenster!“. Bislang haben die Kinder den Balkon am Turm von St. Marien immer sofort entdeckt. Doch das eigentliche Staunen beginnt, wenn die Stadtführerin aus dem Leben der alten Türmerfamilien erzählt. Dass dort oben Familien mit teilweise mehr als zehn Kindern auf engstem Raum lebten, sorgt regelmäßig für ungläubige Gesichter. Ein kleiner Junge stellte erstaunt fest, dass sein heutiges Kinderzimmer wohl so groß sei wie damals die ganze Türmerstube – und wie viel Glück man habe, in der heutigen Zeit zu leben. Auch der beschwerliche Heimweg beeindruckt die Kleinen nachhaltig: Wenn sie hören, dass die Familien täglich rund 220 Stufen ganz ohne Aufzug bezwingen mussten, wird es in der Gruppe plötzlich ganz still. Da bemerkte ein kleines Mädchen ganz vorwitzig: „Da sollte man besser nicht das Brot beim Bäcker vergessen!“ , bevor die fröhliche Schatzsuche zur nächsten Station weiterzieht.
Susanne Jentzsch, Stadtführerin
