Juli bis August 2025

10. Sep. 2025 | Bautagebuch

Anfang August konnten die Gerüstarbeiten am Kirchturm erfolgreich beendet werden. Der Turm ist nun bis auf die in diesem Jahr erforderliche Arbeitshöhe in immerhin 22 Etagen eingerüstet. Zwischenzeitlich haben die Steinmetze ihre Arbeit an den am stärksten geschädigten Bereichen begonnen – von unten nach oben gesehen, nehmen die Schäden am Sandstein enorm zu. Und es handelt sich nicht nur um Beschädigungen an filigranen Verzierungen, ganze Werksteine sind oberflächlich oder im ganzen geschädigt und müssen saniert oder ausgewechselt werden. Auch weisen die Sandsteine sehr unterschiedliche Qualität, je nach ihrer Herkunft auf. Interessant sind spätere Reparaturen am Turm, die deutlich ablesbar sind. Letzte größere Instandsetzungen erfolgten im Jahre 1929 durch die bekannte Pirnaer Baufirma Fürchtegott Kemnitzer, die damals weitere Handwerker unter Vertrag hatte. Eine kleine Sensation in der Turmfassade ist die Verewigung des Steinmetzen Paul Kahle, der für den namhaften Pirnaer Bildhauer Franz Manka tätig war (siehe Foto).

Im Turminneren ist das Gewölbe über der Glockenstube beräumt, auf dem Teile der Turmhelmkonstruktion lasten. Mittels eines angefertigten 3D-Aufmaßes wird nun versucht, die sehr eigenwillige Konstruktion zu durchschauen und ein Sanierungskonzept zu erstellen. Nach dem Einsturz der ursprünglich viel höheren Turmbekrönung im 16. Jh. wurde hier aus verwendbaren Resten eine neue Konstruktion »gezimmert«, die heute nun einige Fragen aufwirft und fachgerecht ertüchtigt werden muss.

Thomas Albrecht